Zukunft des Zahlungsverkehrs im Einzelhandel: Volksbank startet Pilotprojekt zum kontaktlosen Bezahlen in Meinerzhagen

Meinerzhagen, 19. Oktober 2022

In der Corona-Pandemie hat sich das Zahlungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger gewandelt. Bei alltäglichen Ausgaben ist der bargeldlose Zahlungsverkehr, insbesondere mittels Karte, zunehmend in den Vordergrund gerückt. Experten prognostizieren, dass diese Pandemie-Erfahrungen lediglich den Auftakt für einen beschleunigten digitalen Fortschritt in der Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs darstellen. Zeitgleich zeigt die Europäische Zentralbank mit dem Projekt eines „digitalen Euro“, dass die digitale Brieftasche für jeden EU-Bürger, auch "Wallet" genannt, keine ferne Vision ist, sondern absehbare Realität werden kann. Was bedeutet der digitale Fortschritt aber für die Zukunft des Bezahlens im stationären Einzelhandel einer märkischen Mittelstadt? Die Volksbank in Südwestfalen will dies nun in einem zweijährigen Pilotprojekt in Meinerzhagen herausfinden. 

Die Genossenschaftsbank bietet hierfür ortsansässigen Einzelhändlern ab sofort an, sie für zwei Jahre kostenlos mit einem modernen Bezahlterminal auszustatten. Die Geräte ermöglichen das kontaktlose Bezahlen. Girocard oder Kreditkarte müssen also nicht mehr in das Gerät gesteckt werden. Die Kosten übernimmt in diesem Zeitraum die Volksbank. Auf Wunsch sollen Einzelhändler zusätzlich die Möglichkeit haben, über dieses System Bargeld an ihre Kunden auszuzahlen. Diese können sich dann in jedem teilnehmenden Geschäft ihrer Wahl in Meinerzhagen mit Bargeld eindecken. Auch hier fallen keine Kosten für Kunden und Einzelhändler an.

„Mit diesem Pilotprojekt verlassen wir beim Thema Bezahlen alte Denkmuster und wollen als Vorreiter gemeinsam mit den Einzelhändlern das Bezahlen in Meinerzhagen modern, einfach und sicher – denn Bargeld kann verloren gehen – in der Handhabung neu aufstellen. Das beinhaltet eben auch, dass wir als Volksbank investieren und die Kosten für zwei Jahre übernehmen. Mit der Option eines Bargeldservices kombinieren wir dabei das Vertraute mit dem Neuem“, erläutert Vorstand Roland Krebs die Intention der Volksbank. Der Nutzen neuer Bezahlsysteme wurde in der Pandemie unter Beweis gestellt. „Viele haben in der Corona-Zeit festgestellt, dass es bequem und sicher ist, kontakt- und bargeldlos zu bezahlen. Übersetzt auf unser Geschäftsgebiet heißt das: Es muss doch möglich sein, immer und überall mit Karte oder Smartphone bezahlen zu können.“ Die Volksbank hat intensiv über die Erprobungsmöglichkeiten von Bezahlsystemen nachgedacht und schließlich Meinerzhagen als idealen Standort für das Pilotprojekt identifiziert. Roland Krebs: „Meinerzhagen ist eine Stadt mit vielen fortschrittlich aufgestellten Unternehmern und Geschäftsinhabern, die immer wieder Trends und Innovationen antizipiert und aufgegriffen haben. Diesen Spirit nehmen wir auf. Zugleich wollen wir den Einzelhandel mit modernen Bezahlverfahren stärken und außerdem zu einem lebenswerten und fortschrittlichen Stadtbild beitragen.“

Um die Einzelhändler auf den Projektstart aufmerksam zu machen, hat die Volksbank eine Kommunikationskampagne in Meinerzhagen gestartet. Teilmarktleiter Sebastian Vogt ist als Botschafter des Projektes vor Ort unterwegs und hat bereits erste Gespräche geführt. „Die Resonanz bei den Händlern und Geschäftsinhabern ist sehr positiv, denn der Nutzen liegt buchstäblich auf der Hand. Die Bezahlvorgänge gehen schneller. Zugleich lassen sich die Bargeldbestände des teilnehmenden Händlers durch die Auszahlfunktion reduzieren, was auch einen Sicherheitsaspekt darstellt und die Arbeitsbelastung reduziert“, erklärt Sebastian Vogt.

Das Pilotprojekt der Volksbank ist auf zwei Jahre angelegt. Die teilnehmenden Einzelhändler werden dabei eng von der Volksbank begleitet. „Wir werden regelmäßig Stimmen von Kunden und Händlern sammeln und die Resonanz auswerten“, so Roland Krebs. Aus den Ergebnissen in Meinerzhagen will die Volksbank aber auch Schlüsse für ihre künftige Strategie im Zahlungsverkehr ziehen. Krebs: „Wir werden genau prüfen, was sich bewährt und wie es sich auf andere Städte und Standorte in unserem Geschäftsgebiet übertragen lässt.“ Für die technische Beratung und Umsetzung beim Händler vor Ort zeichnet Jan Zanger, Abteilungsleiter Payments bei der Volksbank, verantwortlich. „Das Projekt ist in dieser Art im genossenschaftlichen Banksektor neu. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Händlern und Geschäftsinhabern in Meinerzhagen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich Akzeptanz und Nutzungsverhalten in den kommenden zwei Jahren entwickeln werden“, erklärt Jan Zanger.

 

Über das kontaktlose Bezahlen

Die Volksbanken Raiffeisenbanken bieten das kontaktlose Bezahlen mit der girocard (Debitkarte) oder einer Debit- bzw. Kreditkarte als Serviceleistung an. Dieses Verfahren ist schnell, sicher und hygienisch. Trägt eine Debit- oder Kreditkarte das Wellensymbol, ist es dem Karteninhaber möglich kontaktlos zu bezahlen. Dies funktioniert mittels des Übertragungsstandards Near Field Communication (NFC). Dessen Nutzung wird durch den NFC-Chip möglich, der in der jeweiligen Karte integriert ist. Der kontaktlose Bezahlvorgang ist einfach: der Kunde hält seine girocard (Debitkarte) oder Kreditkarte mit Kontaktlosfunktion im Abstand von wenigen Zentimetern an das Bezahlterminal – dort, wo das Kontaktlossymbol zu sehen ist. Bei Kleinbeträgen entfällt in der Regel die Eingabe der PIN. Am Kartenterminal wird dann die erfolgreiche Bezahlung angezeigt. Um bequem mobil bezahlen zu können, gibt es für Android-Smartphones die ‚Pay App‘, die in der digitalen Version der genannten Bezahlkarten hinterlegt wird. Für Geräte von Apple heißt die Bezahllösung Apple Pay, hier wird die Kreditkarte in der sogenannten Apple Wallet aktiviert.

Pressekontakt

Benjamin Sekavcnik - Volksbank in Südwestfalen eG
Thomas Sommer - Volksbank in Südwestfalen eG